Vorsorge:
Karies und Zahnfleischerkrankungen (Gingivitis und Parodontitis) gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Sie sind jedoch vermeidbar und kontrollierbar.

Es ist wesentlich sinnvoller und langfristig auch kostengünstiger vorzusorgen, als im Nachhinein aufwändig und mit Unannehmlichkeiten zu reparieren.

Zahngesundheit beruht auf drei Säulen:

Was Sie beim Zähneputzen unbedingt beachten sollten

Den weichen Belag am Zahn — auch bakterielle Plaque genannt, können Sie nur mechanisch entfernen. Daher ist es wichtig, zweimal täglich die Zähne zu putzen: Am besten machen Sie das mit kreisenden Bewegungen von rot (Zahnfleisch) nach weiß (Zahnoberfläche), mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta und einer Zahnbürste mit Kunststoffborsten. Ob Sie mit Handbürste oder elektrischer Bürste putzen, ist Ihnen überlassen und nicht entscheidend.

Ich empfehle Ihnen, alle drei Monate eine neue Zahnbürste zu verwenden, weil sich die Borsten mit der Zeit abnutzen. Außerdem sind Zahnbürsten richtige Sammelplätze für Bakterien.

Regelmäßig die Zahnbürsten zu wechseln trägt daher ganz wesentlich zur Mundhygiene bei. Auch Zahnseide sollten Sie täglich verwenden. Für weit offene Zwischenräume, Brücken oder Zahnspangen gibt es spezielle Mittel wie Interdentalbürsten und Floss-Zahnseide.

Richtiges Zähneputzen schützt die Zähne und das Zahnfleisch, falsches Zähneputzen kann hingegen Zahn und Zahnfleisch schädigen. Besonders gefährlich ist es, mit einer zu harten Zahnbürste zu putzen. Schäden können auch durch Zahnpasten verursacht werden, die besonders grobkörnig sind. Mit der Reinigung der Zunge, auf der sich viele Mikroorganismen befinden, werden Bakterien entfernt, die zu mehr als 80 Prozent für Mundgeruch und eine so genannte Re-Infektion der gereinigten Areale verantwortlich sind.

Auch auf die Ernährung kommt es an

Zuckerarme Ernährung hindert die Bakterien daran, sich explosionsartig zu vermehren. Zwischenmahlzeiten sollten daher möglichst nur aus zuckerfreien Nahrungsmitteln bestehen. Süßigkeiten sollte man nicht über den ganzen Tag verteilt zu sich nehmen, sondern wenn schon, dann besser auf einmal verzehren und gleich anschließend die Zähne putzen. Nachdem Sie säurehaltige Nahrungsmittel, wie Zitrusfrüchte, Salat oder Getränke zu sich genommen haben, sollten Sie frühestens 30 Minuten später ihre Zähne putzen. Die Säure weicht nämlich den Zahnschmelz auf und dieser könnte bei gleich anschließendem Putzen durch Zahnbürste und Zahnpasta verstärkt abgetragen werden.

Zweimal im Jahr zur Mundhygiene beim Zahnarzt

Um hartnäckige Zahnsteinbelege und Zahnstein zu entfernen, sollte zweimal im Jahr eine professionelle Mundhygiene beim Zahnarzt erfolgen.

Bei der Mundhygiene beim Zahnarzt werden die harten und weichen Beläge mit Ultraschallgeräten und speziellen Handinstrumenten möglichst schonend entfernt. Danach werden die Zähne mit einem Pulverstrahlgerät von Verfärbungen befreit, die Zahnoberfläche wird poliert und anschließend fluoridiert. Die Mundhygieneassistentin informiert Sie ausführlich über die speziell für Ihre Bedürfnisse geeigneten Zahnbürsten und Putztechniken.

Bei Patienten mit Implantaten ist eine Kontrolle der Mundhygiene in kürzeren Abständen erforderlich, um einen langfristigen Erfolg zu erzielen. Dasselbe gilt für Menschen mit Zahnfleischproblemen.

Eine spezielle Form der Vorsorge bei Kindern ist die so genannte Zahnversiegelung.

Die Oberflächen der Backenzähne sind besonders anfällig für Karies, da sich in den Furchen der Kauflächen leicht Bakterien festsetzen können. Kinder und Jugendliche sind davon stärker betroffen, weil ihr Zahnschmelz noch nicht vollständig ausgebildet ist. Süßigkeiten und mangelnde Zahnhygiene erhöhen das Kariesrisiko zusätzlich. Die Zahnversiegelung verläuft übrigens völlig schmerzfrei. Dabei werden die Rillen und Grübchen auf der Kaufläche der frisch durchgebrochenen Seitenzähne angeraut und durch flüssiges Kompositmaterial unzugänglich für Bakterien gemacht. Somit können diese Zähne keine Karies bekommen, vorausgesetzt die Versiegelungen werden regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ergänzt.

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